Künstliche Intelligenz erreicht neue Meilensteine: Ein KI-System hat erstmals ein wissenschaftliches Paper verfasst, ein neuer Algorithmus ermöglicht die blitzschnelle Lokalisierung von Neutronenstern-Kollisionen, und Smart Glasses könnten bald ohne Display auskommen. Gleichzeitig rüsten Unternehmen wie Google, Apple und Cerebras ihre KI-Technologien auf – von leistungsstarken Rechenzentren bis hin zu smarter Sprachsteuerung.
Welche Innovationen stecken dahinter, und wohin führt diese rasante Entwicklung? Ein Überblick über die spannendsten Fortschritte der letzten Wochen.

KI schreibt Paper
Ein von Sakana AI entwickeltes KI-System hat ein wissenschaftliches Paper für einen KI-Workshop geschrieben und dabei den Peer-Review-Prozess erfolgreich bestanden. Das System arbeitete weitgehend autonom – von der Hypothesenbildung über Experimente bis hin zum fertigen Manuskript. Menschen gaben lediglich das Thema vor und wählten die besten Arbeiten zur Einreichung aus.
Das Paper wurde letztlich nur auf Workshop-Ebene akzeptiert, wo die Annahmequote deutlich höher ist als bei Hauptkonferenzen. Dennoch zeigt das Experiment, dass KI bereits in der Lage ist, Forschungsprozesse erheblich zu automatisieren. Dabei traten aber auch typische Schwächen auf, wie fehlerhafte Zitierungen.
Smarte Brillen
Während Apple an einer kompakteren Version seiner Vision Pro arbeitet, forscht das Unternehmen auch an displaylosen Smart Glasses, die sich am Design der Meta-Ray-Ban-Brille orientieren. Diese sollen mit Sprachsteuerung, Knochenschall-Audio und KI-gestützter Bildanalyse ausgestattet sein.
Auch Google mischt wieder mit und plant die Übernahme des kanadischen Eyetracking-Start-ups AdHawk Microsystems. Anders als herkömmliche Lösungen nutzt AdHawk keine Kameras, sondern ein mikro-elektromechanisches System, das deutlich weniger Daten benötigt und extrem geringe Latenzzeiten aufweist. Damit könnte Google ein bedeutender Spieler im Bereich smarter Brillen werden, nachdem das ursprüngliche Google-Glass-Projekt scheiterte.


KI revolutioniert die Astronomie
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben eine neue KI-Technologie entwickelt, die die Lokalisierung von Neutronenstern-Kollisionen drastisch beschleunigt. Während bisherige Methoden etwa eine Stunde für die Berechnung benötigten, schafft die neue KI-gestützte Technik dieselbe Aufgabe in einer Sekunde.
Das ist ein enormer Fortschritt für die Multi-Messenger-Astronomie, bei der Gravitationswellen, Lichtblitze und andere Signale gleichzeitig analysiert werden. Mit der schnelleren Berechnung können Teleskope frühzeitig auf die Ereignisse ausgerichtet werden, was die Beobachtung dieser seltenen Phänomene erheblich verbessert.
China und die Suche nach echter künstlicher Intelligenz
Nach DeepSeek tritt mit Manus ein neuer KI-Konkurrent aus China auf den Plan. Das Unternehmen spricht selbstbewusst von einem „Blick auf AGI“ (Artificial General Intelligence), also einer KI, die menschenähnliche kognitive Fähigkeiten besitzt.
Das System basiert offenbar auf einem Multi-Agent-Ansatz, bei dem mehrere spezialisierte KI-Modelle zusammenarbeiten. Ob Manus wirklich so bahnbrechend ist oder nur große Versprechen macht, bleibt abzuwarten – bislang sind nur wenige Details bekannt, und erste Erfahrungsberichte zeigen eher verhaltene Reaktionen.


Prime Video testet KI-Synchronisation
Amazon testet auf Prime Video die KI-gestützte Synchronisation von Filmen und Serien. Ziel ist es, Inhalte in mehreren Sprachen bereitzustellen, die ansonsten keine professionelle Synchronisation erhalten würden.
Derzeit läuft der Test mit englischen und spanischen Synchronisationen. Menschen arbeiten weiterhin am Feinschliff, doch die Entwicklung könnte eine kostengünstigere und schnellere Lösung für globale Inhalte ermöglichen.